Thursday, August 18, 2022

KONZEPT

KONZEPT

Wir wollen Schutzräume bieten, in denen Menschen, die bereits Erfahrungen mit psychisch verzweifelten Lagen gemacht haben, sich gegenseitig in kritischen Lebenssituationen unterstützen können. Die Teilnehmer*innen werden angeregt, sich wie warmherzige Beschützer gegenseitig zu unterstützen und zu beschützen.

Wir wollen Menschen Schutzräume bieten, um ihre Erfahrungen mit emotionalem Stress und psychischen Problemen selbst erforschen und durchwandern zu können. Ähnlich wie in Peer Respites, den Bochumer Krisenzimmer und auch in trauma-informierte restaurative Schulen wollen wir keine vorgefertigten Lösungen anbieten. Stattdessen wollen wir Schutzräume schaffen, in denen die Teilnehmer*innen nach eigenen Antworten suchen können. Es wird vor allem kein Druck ausgeübt, über sich selbst sprechen und Persönliches preisgeben zu müssen.

Das Programm wird wie eine Selbsthilfe-Akademie für die Seele zusammengestellt sein. In kreativen Workshops werden die Teilnehmer*innen ermutigt, ihren Gedanken auf verschiedene Arten Ausdruck zu verleihen (durch schreiben, malen, modellieren, tanzen, musizieren, filmen, schauspielen, kochen, u. a.)

TRAUMA-INFORMIERTE VERSORGUNG

Wir wollen eine trauma-informierte Versorgung anbieten. „Trauma-informiert basiert auf dem Verständnis, dass die Auswirkungen gewalttätiger Erfahrungen und schädlicher Beziehungen nicht nur das körperliche, geistige, emotionale und wirtschaftliche Wohlbefinden des Überlebenden, sondern auch das geistige Wohlbefinden beeinflussen.“

Trauma-informierte Pflege zielt darauf ab:

  • die weitreichenden Auswirkungen von Traumata zu erkennen und Wege zur Genesung zu verstehen;
  • die Anzeichen und Symptome von Trauma bei Teilnehmer*innen, Familien und Personal zu erkennen;
  • das Wissen über Trauma in Richtlinien, Verfahren und Praktiken zu integrieren;
  • eine erneute Traumatisierung aktiv zu vermeiden.

Ein traumasensibles Lernumfeld ist eines, in dem sich eine Person von allen Beteiligten geschätzt und umsorgt fühlt.

Die Klassenräume und die Akademie werden so gestaltet, dass sich alle so gut wie möglich emotional und physisch sicher fühlen können. Wir glauben, dass die Heilung von Traumata durch die zuverlässige und wiederholte Erfahrung von unterstützenden und gesunden Beziehungen erfolgen kann.

Jeder Mensch braucht etwas anderes, um sich emotional und physisch sicher zu fühlen. Daher wollen wir bei jeder ersten Sitzung einer Gruppe oder eines Workshops die Teilnehmer*innen fragen, was für sie wichtig ist, um sich emotional und physisch sicher fühlen. Wir sammeln diese Antworten in einem Dokument für alle Beteiligten. Später können weitere Punkte hinzugefügt werden.

Für alle Beteiligten werden professionelle Supervisor*innen und Sozialarbeiter*innen für Gespräche zur Verfügung stehen, falls schwierige Emotionen in den Gruppen oder Workshops hervorgerufen werden.

Unser Programm wollen wir in barrierefreien Räumlichkeiten anbieten. Es ist uns auch wichtig, dass alle angemieteten Räumlichkeiten keiner Religionsgemeinschaft angehören, damit Menschen aller Religionsgemeinschaften sich zu Hause fühlen können.

 

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National Center for Trauma-Informed Care: https://de.wikibrief.org/wiki/National_Center_for_Trauma-Informed_Care

In Anlehnung an den “Trauma-Informed Approach” der Substance Abuse and Mental Health Services Administration.

Sera Davidow (2018): Peer Respite Handbook, S. 14-15

Die Broschüre „Hilfe Jenseits der Psychiatrie – Die Bochumer Krisenzimmer“ kann hier heruntergeladen werden: https://bpe-online.de/broschuere-hilfe-jenseits-der-psychiatrie-die-bochumer-krisenzimmer/

Joe Brummer (2021): Building a Trauma-Informed Restorative School. Skills and Approaches for Improving Culture and Behavior.

 

 

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